Kräuterheilkunde (Phytotherapie)

Das Heilen mit Pflanzen, speziell Kräutern ist so alt wie die Menschheit selbst – der Ethnobotaniker Wolf-Dieter Storl spricht von der „Ur-Medizin“. Zu allen Zeiten und überall auf der Welt fanden die Menschen Hilfe und Heilung, wenn sie die Angebote der Pflanzenwelt annahmen, die ihnen entweder durch kundige Mitmenschen oder dem Pflanzenwesen selbst unterbreitet wurden. Auch die Tiere erkennen instinktiv, in welchen Kräutern sie sich beispielsweise wälzen müssen, um Verletzungen zu heilen oder was ihrer Verdauung auf die Sprünge hilft.

Für mich bedeutet die Arbeit mit Pflanzen, sie zu kennen und zu verstehen, ihre Angebote anzunehmen ein unschätzbares Geschenk der Natur und eine unglaublich große Bereicherung meiner therapeutischen Arbeit. Es ist beeindruckend, wie oft und schnell Tees und Tinkturen direkt an der Ursache der Beschwerden ansetzen, welche großartigen Heilungsprozesse von Salben, Bädern und Auflagen ausgelöst werden können und wie wohltuend sich Wildkräuter auf dem Speiseplan auf den gesamten Organismus auswirken!

Nicht zuletzt empfinde ich die Bewahrung alten Wissens und die Rückbesinnung auf traditionelle Methoden der Verabreichung als ungemein harmonisierend für unser arg gebeuteltes Verhältnis zur Natur und unserer unmittelbaren Umgebung.

Die Kräuterheilkunde hilft, uns wieder ein bisschen heimischer und aufgehobener zu fühlen, indem wir „Mutter Natur“ (wieder?) einen Platz in unserer Mitte geben.